Winter in der Südoststeiermark

Während halb Österreich in der Weißen Pracht versinkt, sind wir hier im Bezirk FB („Fast Balkan“) von einer Südströmung verwöhnt. Wir haben nicht nur wenig bis gar keinen Schnee, sondern genießen bei fast vorfrühlingshaften Bedingungen einen ungewöhnlichen Jänner. Das lässt die Aktivitäten rund um Haus und Hof nicht ruhen, und so gibt es immer wieder kleine Errungenschaften zu bestaunen. Die Freude darüber, dass die Arbeit nicht ausgeht, ist halt doch immer gegenwärtig. (!)

So lässt es sich im Auslauf recht angenehm saubermachen, z.B. bei der morgendlichen Stallarbeit. Die Pferde haben zwar die Nachttemperaturen um und unter 0 Grad Celsius als Rahmenbedingung, sind aber damit weitgehend zufrieden und mümmeln in großer Gelassenheit ihr Heu. Einfache Ausritte, sogar ein wenig Galopp im Wald, und gemütliche Schritt-Passagen auf dem allergings gefrohrenen Reitplatz ergänzen unser Programm.

Die Ziegen genießen ebenfalls das trockene Wetter und begeben sich mehr als erwartet ins Gelände. Bald wird es auch eine Erweiterung ihres Auslaufes geben, denn dank der guten Bedingungen wird es demnächst ein neues eingezäuntes Waldstück geben.

Die große Errungenschaft zwischen den Jahren, das neue Tor zum Reitplatz, macht riesig Spaß und ist eine echte Bereicherung: dank der Unterstützung durch einen jungen Freund und Handwerker haben wir das lang zuvor erworbenen Tor (mit einem englischen Namen, soll aber keine Werbung für den Hersteller sein!) endlich an Ort und Stelle platziert. Das bedeutet echten Luxus!

Ein wenig Winter wird doch noch auf uns zukommen, davon gehen wir alle aus – derweil jedoch sind wir zufrieden und harren der Dinge.

Eine Woche vor Weihnachten

Ring the bells that still can ring,
forget your perfect offering.
There is a crack in everything,
that’s how the light gets is.

Leonard Cohen

 

Wir wünschen allen Freundinnen und Freunden und allen, die uns in diesem Jahr begleitet und unterstützt haben, eine ruhige und sinnerfüllte weihnachtliche Besinnungszeit.

Das Licht, das zwischen den Ritzen hereindringt, wie es Leonhard Cohen so treffend ausdrückt, möge es zu unserer Menschwerdung beitragen.

Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden. Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.  (Lukas 3, 4-6)

Stubenhocker

Es ist nicht nur lohnenswert und äußerst interessant, die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Tiergattungen auf einem Hof zu beobachten, wenn es, wie in diesem Jahr, einen abrupten Wechsel der Jahreszeiten gibt. Es lässt auch Rückschlüsse über die eigenen Bedürfnisse der Menschen zu. Bewusstwerden und danach handeln, das fällt dann leichter… Doch dazu später.

Nun haben sich Felinen, Equiden und Caprinae, die hier beim Engelwirth vertretenen Gattungen der Katzen, Pferde und Ziegen, den nun recht rasch eingetretenen winterlichen Bedingungen angepasst – oder vielmehr anpassen müssen. 5 ° Celsius minus Dauerfrost tagsüber nach einem überaus milden und fast spätsommerlichen November sind derzeit eine „Kalte Dusche“.

Die Katze verlässt das Haus nur noch neugierdehalber, um danach fluchtartig den Rückzug auf empfindlichen Pfoten anzutreten.

Die Pferde haben ihren Plüsch, der seit September gewissenhaft aufgebaut wurde, nun vollends aufgestellt. Vor allem der Senior, der alte Herr Liberty mit 28 Jahren, sieht aus wie ein Teddybär und wandert zwischen Heuraufe und Liegebereich umher, und das ohne Umwege: man sieht, wie wohltuend die Trennung der Funktionsbereiche, wie sie in der Laufstallhaltung in der Regel praktiziert wird, ist: die Pferde können in Ruhe im Liegebereich dösen, während anderen noch gerne ein wenig an der Heuraufe knabbern.

Und die Ziegen werden derzeit mit einem raschelnden Kuschelbett aus Strohpellets und einem Heu-Stroh-Gemisch verwöhnt, das sie zwar gern zu einzelnen Ausflügen zu den alten, abgetragenen Apfelbaum-Weidegründen verlassen. Wenn es dunkelt, kommen sie jedoch fluggs wieder in den Stall, der des Nachts gut verschlossen ein gemütliches und trockenes Rückzugsgebiet und eine ruhige Schlafstätte bildet.

Und die Menschen?

In der Stube lässt es sich gut verweilen. Vor allem, wenn über Wochen und Monate von anstrengender Baustellentätigkeit ein Ergebnis erreicht ist, das sich sehen lassen kann! Boden, Wände, WC und Bad…, und was noch alles.
Fast alles am Engelwirth hat sich verändert, was die Wohnsituation betrifft, und das bedeutet einen Luxus, den wir noch gar nicht zu nutzen gewohnt sind. Allem voran die wunderbare Wärme, die der historische Kachelofen samt saniertem Kamin sowie die Erneuerung der Böden in Saal und Küche darstellen. Noch ein paar „kosmetische“ Ergänzungen, und dann erst mal aufatmen und genießen.

Tier und Mensch, Pflanze und Mineral, alles findet nach und nach seinen Platz. Und vielleicht auch bald eine adventliche Winterruhe.

Helle Nacht

Himmel ist weit aufgetan,
Tausend Sterne ziehn hinauf,
Golden geht der Mond noch auf,
Aller Glanz der Nacht bricht an.
Wald und Flur und ich und du
Sind in hellen Schein getaucht.
Dunkelheit und Leid verhaucht,
Löst sich all’s in Licht und Ruh.

Ernst Thrasolt · 1878-1945

 

Herbst – (Zeit) – L(o)ese

Im Herbst wird ja bekanntlich auch der Wein gelesen sprich geerntet, dann gibt es Sturm.

Wer das versteht, ist auf jeden Fall der deutschen Sprache mächtig, muss aber auch inhaltlich die Begriffe zuordnen können, vielleicht entstehen dann sogar Bilder, solche die dazugehören und längst vergessene Erinnerungen an Kartoffelfelder und den Geruch von Rauch und Nebel wecken, klare Tage und kalte Morgen.

Im Herbst ist die Zeit los oder zeitlos. Die Tage werden kürzer, und, ach ja, sogar die sogenannte „Zeitumstellung“ steht uns bevor – eine Trickserei, die uns weismachen will, wir hätten irgendwas eingespart, dazugewonnen oder sonst einen Vorteil von der Umetikettierung. Dabei lässt es sich nicht leugnen: im Herbst ist das Violett der Herbstzeitlosen ein ersten Anklang, eine Vorausahnung der kleinen Freudenboten des Frühling, die Krokusse. Hier in der Südoststeiermark ist mir in unserer Region noch keine Herbstzeitlose untergekommen, Gott sei Dank für die Pferde, denn sie ist stark giftig, auch noch im Heu.

Vielleicht ist der Herbst sogar auch tatsächlich eine Zeit zum Lesen. Die eine oder andere Bettlektüre schaffe ich immerhin noch trotz rechtschaffener Müdigkeit, bevor mir nach den erlebnisreichen Tagen, die wir hinter uns und auch noch vor uns haben, die Augen zufallen: Fertigstellung Eingewöhnungsbereich und Weidehüttenbefestigung im Auslauf, die neue betonierte Mistlege, Ziegenwanderung und Ausritte mit der Jungstute Funda, große Renovierungsfortschritte im Wohnhaus (Kachelofen, Elektrik, Fliesen in der Speis, Kaminsanierung…). Vor uns liegt noch eine weitere anstrengende Phase der Restaurierungsarbeiten im Haus, alles auch noch Herbst-Aufgaben!

Und nicht zuletzt: vielleicht hat der Herbst auch etwas vom Loesen. Was hat das Jahr uns aufgegeben? Was davon können wir ernten? Was bereitet sich für das nächste Jahr vor, still und heimlich jetzt schon in den Laubhaufen und unter den Bretterverschlägen?

Die gute Oktobersonne scheint noch, und noch ist die Erde warm und aufnehmend. Noch ein wenig die Seele baumeln lassen…

Neues Holz für alle

Einige Neuerungen und so mancher Schritt in Richtung bevorstehende kalte Jahreszeit (wer kann sich das bei den derzeitigen Temperatur-Rekorden vorstellen?) bestimmten die letzten geschäftigen Wochen hier bei uns am Engelwirth.

An allererster Stelle: der Werkstoff Holz. So bescherte uns eine Fuhre guter Lärchen- und Fichtenbretter vom Sägewerk gleich in mehrfacher Hinsicht einen Bau-Boom. Das Projekt Weidehütte/Unterstand nahm in wenigen Tagen Gestalt an, und dank der Hilfe und super Unterstützung eines jungen Freundes stand die 16 qm große Konstruktion schon bald. In nächster Nähe zur Futterraufe kann sie vor allem in der Übergangszeit und im Winter gute Dienste als zusätzlicher Wetterschutz  leisten. Im Moment noch nicht so frequentiert, scheint sie vom Pony Gretchen alleinig bewohnt zu werden, das dort hie und da genüßlich in der Einstreu mümmelt. Noch fehlt die ideale Angleichung an das Bodenniveau, eine Aufschotterung und weitere Bodenbefestigungen in Form von Paddockmatten werden das Areal jedoch in Bälde ergänzen. Ein Highlight ganz am Rande: die Abdeckung der Hütte sowie das Dach der Heuraufe wurde nun durch leichte Bitumen-Wellmatten ergänzt. Somit sind beide Konstruktionen nun absolut wasserdicht, was sich bei den vielen Niederschlägen und auch Gewittern in diesem Sommer als echte Verbesserung erweist. Die Pferde finden unter dem Dach nicht nur Schutz, das Heu ist auch perfekt gelagert und bleibt fast unverändert und trocken.

Nicht wenig von dem Holz verschwand auch bei der Auslegung bzw. Neugestaltung der Tenne im Alten Stall. Dort hatte es vorher weder einen Boden noch eine einsturzsichere begehbare Fläche gegeben. Nun, nach harter schweißtreibender Arbeit, ist ca. 140 qm neuer Holzplankenboden entstanden. Gerade noch rechtzeitig für die Einlagerung von Heu und Stroh, das fast täglich vom Bauern angeliefert wurde und verstaut werden musste. Mit dem historischen Heukran nach oben befördert, wurde es von der „Hausfrau“ (Spezialistin für Ordnung) einigermaßen gleichmäßig gestapelt und gibt nun ein gutes Gefühl. Der Winter kann kommen!

Ein weiteres „Holz-Projekt“, wenn auch nicht aus dem gleichen Material und auch vom Fachmann gebaut, war die Neugestaltung eines Fensters, das dem noch zu renovierenden Badezimmer jetzt schon viel Licht und eine schöne Athmosphäre gibt. Das sehr kleine Guckloch der alten Badstube wurde ausgestemmt und der neue Fensterstock in mühevoller Handarbeit eingepasst. Dieses Projekt ist noch in Arbeit! Wir freuen uns schon auf die Verglasung und ein neues, komfortableres Badevergnügen!

Was zwar nichts mit Holz zu tun hat, aber dennoch eine große Freude und ein Vergnügen ist, lässt sich mit wenigen Worten so zusammenfassen: wir haben ein drittes Reitpferd! Die 3-jährige Menorquin-Stute Funda ist so gelassen und cool, dass wir fast täglich eine kleine Aufgabe im Sattel innerhalb des Auslaufareals in Angriff nehmen. Bisher nur durch Körperhilfen lenkbar, bewege ich mich mit ihr auf gegenseitiger Vertrauensbasis. Im Schritt und auch schon im Trabe beweist sie eine große Loyalität und Freude an der Zusammenarbeit mit dem Menschen, und wir werden sicherlich noch sehr schöne Zeiten zusammen haben!

 

Eine Weide für 1000 Tiere!

BIENENWEIDE!

Wo bis vor einem Jahr noch ein riesiger Misthaufen lagerte, wurde im weiteren Verlauf durch diverse Erdarbeiten eine Fläche geschaffen, die zunächst noch keine besondere Bestimmung hatte. Außer dass sie leicht abfallend und bei Regen nicht zu betreten war, da sie aus einem Gemisch von Lehm, Humus und undefinierbarem Erdmaterial bestand.

In diesem Frühjahr haben wir diskurtiert, was wohl am besten daraus zu machen wäre und welchen zukünftigen Zweck diese haben sollte – dass sie außerhalb des Ziegenauslaufs liegen sollte, war allerdings klar. So variierten die Vorschläge von Kartoffelacker über Bohnenfeld bis Beerenkultur. Die Hauptschwierigkeit bestand darin, dass der Lehmboden sehr dicht, hart und kaum zu bearbeiten war. Außerdem war er hoffnungslos verunkrautet bzw. von unerwünschten Grassorten besiedelt. So schieden all diese Vorschläge aus, und wir kamen auf die Idee, den Boden durch Einsaat einer einjährigen, schnellwachsenden Gründüngung erst einmal zu durchwurzeln. Als mögliches Saatgut stand über den Landhandel dann eigentlich sehr schnell eines fest: es wird eine Bienenweide!

So hat sich auf dem abgelegenen Winkel zwischen Innenhof, Ziegenstall und Mistlager nun eine überaus liebliche Ecke gebildet. Zwar naschen die Ziegenbuben im Vorbeigehen regelmäßig von der begehrten Fläche, aber essbare Blüten sind ja bekanntermaßen sehr gesund, und es bleibt auf jeden Fall genug für die eigentlichen „Bewohner“ bzw. Nutzer dieses Areals übrig.

Diverse Kreuzblütler wie Raps, Senf, Rettich, sowie Phazelia („Bienenfreund“), Calendula, Kornblume, Malve, Nigella („Jungfer im Grünen“), Borretsch, Dill und vieles mehr findet sich in der bunten Mischung. Und nicht nur die Nutztiere profitieren von der gelungenen Umwidmung, auch unser Auge erfreut sich an der üpprigen Vielfalt. Mal sehen, was im nächsten Jahr dort gedeihen wird.

Ja, und die anderen Tiere genießen derweil ihren Auslauf und die etwas kühleren Temperaturen: die Pferde auf der Suche nach den ersten fallenden Blättern und Äpfelchen und die Ziegen in der Erwartung der reifen Kirschen vor ihrem Ziegenbalkon.

An einem Juni-Morgen

Nun ist es schon morgens so warm, dass es einen ab der Mitte des Vormittags bereits in den Schatten zieht und man die anstrengenden Aufgaben des Tages am liebsten schon erledigt hätte. Nun ist das auf einem Hof wie dem Engelwirth nicht so leicht, es gibt immer was zu tun, egal ob heiß, kalt, nass oder schwühl…

Dennoch genieße ich den kleinen Moment zwischen der wohlverdienten Frühstückspause und dem Ende der Morgen-.Stallarbeit, um ein wenig zu schlendern, die Aussicht zu genießen und vor allem die geschaffenen Kulturen und lauschigen Plätzchen zu genießen: was braucht’s wo, was muss geerntet werden, wo sollte man demnächst wieder mähen, welche Reparaturen stehen an?

Heute, an einem überaus warmen Tag, bahnte sich für mein Empfinden schon der Sommer-Sonnen-Höhepunkt an. Bald haben wir ja den längsten Tag des Jahres, und mit seinem Vorbeigehen stellt sich oft so etwas wie ein Moment des Innehaltens ein, ein paar Tage, Wochen des absoluten Gleichgewichts zwischen Auf- und Abbau, wobei das Licht und die Helligkeit überwiegen.

So sind die fotografischen Eindrücke, die hier versammelt sind, eine kleine Sammlung der arbeitsreichen Stille, in der wir uns derzeit hier am Engelwirth bewegen. Die Tiere haben ebenfalls die Kühle des Stalles aufgesucht, den sie meist erst bei Dämmerung und für die Nacht verlassen. Es ist schön, sie so nah bei sich zu haben. Es ist wie mit der Erde: ein großes Ausatmen und Innehalten.

Allein im Wald mit Ziegen

Es gibt in unseren Breiten ja eigentlich keine 4 Jahreszeiten mehr. Was wir jetzt haben, ist eine kalte Jahreszeit, eine heiße Jahreszeit und eine grauslige. Letztere immer schön abwechselnd dazwischen. Da soll man/tier sich noch auskennen…

Was wir im Moment haben, ist der Eintritt in die heiße Jahreszeit.

Heute, an einem lang ersehnten ruhigen Sonntag Ende April haben wir – meine drei Ziegen-Buben und ich – mal wieder einen längeren Ausflug in den Wald unternommen. Bei 26 ° Celsius in der erhofften Waldeskühle ging es eigentlich ganz gut, war ja das grüne Blätterdach überall ganz wunderbar anzusehen.
Auch war noch etwas an Feuchtigkeit am Waldboden und an den gottlob spärlich genutzen Wirtschaftswegen wahrzunehmen. Die Luft allerdings war schon am Vormittag mit einer Wärme gesättigt, die an eine Zeit im Juni erinnern mochte…

So haben wir bei einem langsamen Schlendern und dem Innehalten an den verschiedenen „bread-points“ immer wieder Pausen eingelegt und so den wieder belebten Naturraum genossen. Nach der langen Winterpause mit ebenfalls extremen Momenten war das Zurück-Erobern der offenen bzw. kultivierten Landschaft rund um den Reithberg zwar beglückend.
Das Gefühl, dass vieles in der Athmosphäre, dem Luftraum und dem Wachstum von Grünpflanzen irgendwie aus den Fugen geraten ist, blieb jedoch zurück und ließ Mensch und Tier in einer gewissen Erschöpfung zurück, dankbar, dass wir uns hier ein lebenswertes und geschütztes Zuhause geschaffen haben.

Tag und Nacht, Mond, Sterne und der weite Himmel sind immer wieder da, ganz verlässlich und wie selbstverständlich. Wie gut, dass uns diese Erde immer noch er-trägt.

Winter ade…

Scheiden tut weh. Aber dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht!

Winter ade, Scheiden tut weh!

 

In diesem Jahr werden wohl die wenigsten hier in unserer neuen Heimat, der Südoststeiermark, den Abschied vom Winter als schmerzlich erleben. So hat es hier seit nun fast 20 Jahren zu ersten Mal wieder so richtig viel Schnee gegeben, so viel, dass es auch jetzt noch, fast schon Mitte März, im Wald noch weiß ist.

Und nass…

Was aber sicherlich auch heißt, dass Wiesen, Weiden und Matten und nicht zuletzt der Wald selbst endlich wieder einen guten Vorrat an Feuchtigkeit erhalten haben. Und bei der klirrenden Kälte, die etwa von Anfang Februar bis noch in den März hinein zu ertragen war, sind hoffentlich auch viele der lästigen Quälgeister und Schädlinge über den Jordan gegangen. Da unser Thermometer nur bis minus 10° Celsius reicht, konnte ich nicht wirklich feststellen, wie kalt es nun eigentlich in manchen Nächten der letzten Wochen gewesen sein mag. Es werden wohl an die minus 18° gewesen sein, zwar mit den hauseigenen Mitteln nicht wirklich festzustellen, aber dennoch bitter und noch zusätzlich verstärkt durch einen eisigen Polarwind.

Am Abend ins Warme zu gehen und zu hoffen, dass alle am nächsten Morgen wieder wohlbehalten und auf allen Vieren anzutreffen sind, braucht schon ein gehörige Portion an Optimismus. Es war aber so. Und bis auf den Umstand, dass die Ziegen-Tränke eingefroren war und wir jetzt einige Wochen lang das Frischwasser dorthin per Kübel und mehrmals täglich hintrugen, ist alles gut gegangen, was einem ja auch das Gefühl verstärken mag, dass wir als Tier-Hof-Gemeinschaft durchaus in der Lage sind, härteren Bedingungen stand zu halten.

Noch klettern wir über die Folgen der Schnee-Massen, die in Form von Dachlawinen gottlob vorwiegend nachts sich über Hof und Eingangsbereiche ergossen haben. Aber der warme Wind und so etwas wie ein Fön-Einbruch werden die Schneemassen sicher bald in laue Bächlein verwandeln und hoffenlich einen guten Platz im Erdreich finden.

Nun nähern wir uns in der Fastenzeit nicht nur der Tag-Nacht-Gleiche am 21. März, das Osterfest schaut schon herein, und wir können es bald nicht mehr erwarten, mit ersten Blüten und anderem Schmuckwerk Haus und Hof zu beleben.

Läugnen lässt es sich nicht:

,“… horch, von fern ein Harfenton. Frühling, ja du bist`s, dich hab ich vernommen. „