Sommer Sonne Pferde

Passend zum Schulbeginn und nach den langen Sommerferien soll es an dieser Stelle einen Rückblick auf die Engelwirth-Veranstaltungen im Rahmen des Sommerferienprogramms von Kirchberg Vital, einer Initiative unserere Gemeinde, geben. In der ersten und dritten Augustwoche fanden 2 Termine für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren unter dem Motto „Ich liebe Pferde“ statt. 068Zum ersten Kurstag, einem sehr heißen und eher unter subtropischen Bedingungen stattfindenden Event, waren fünf Mädchen gekommen, die sich mit großen und erwartungsvollen Augen gerne erklären liessen, wie man ein Pferd putzt, sattelt und trenst. Danach ging es auf den (noch unrenovierten) Reitplatz, der nach den starken Regenfällen der letzten Wochen eher einem Hochmoor glich als einer Reitbahn. Unser Motto war: „Pferde führen leicht gemacht.“ So konnten alle Kinder nach einer ausführlichen Einführung probieren, welche Herausforderungen einen erwarten, wenn man ein Pferd führen möchte – die beiden Schimmel waren jedoch vorbildlich und ließen sich selbst von der Kleinsten, einer 6-jährigen Teilnehmerin, gerne über das tiefe Gelände und diverse Hindernisse manövrieren. 103Danach gab es ein Synchron-Führen in Form eines kleinen Mannschaftswettbewerbes, bei dem es natürlich weder Sieger noch Verlierer gab.108 Fazit: eine ungewöhnliche Veranstaltung mit tollem Einsatz aller Beteiligten, auch dank meiner kompetenten Helferin und Schülerin Marie, die tatkräftig zur Seite stand.

In der dritten Augustwoche waren dann schon erfahrenere Mädchen eingeladen, die Umgebung des Engelwirth einmal vom Pferderücken aus zu erkunden. Da auch zu dieser Veranstaltung fünf Teilnehmerinnen mit Reit-Kenntnissen gekommen waren, galt es, die geplante Strecke zur Wallfahrtskirche St. Michael auf dem Vockenberg in „gerechte“ Abschnitte einzuteilen, sodass sich alle Reiterinnen ohne Streiterei die beiden Pferde „teilen“ konnten: mittels Lose-Ziehen aus dem Hut war das kein Problem. 023Die Strecke ist abwechslungsreich und führt durch meine Lieblingswälder entlang des Reithberges, bevor sich vor der Wallfahrtskirche die Gegend öffnet. Dort erwarteten uns auch die allgegenwärtigen Plagegeister, Bremsen, Gelsen und Co., denen wir ohne Fliegendecken sowieso hoffnungslos ausgeliefert gewesen wären. Auch hier war ich wieder sehr dankbar für den Einsatz meiner beiden Helferinnen Marie und Larissa, die halfen, die kleine Karawane geregelt durch die  Landschaft zu führen. 030Der Heimweg gestaltete sich harmonisch, und es blieb noch ein wenig Zeit für Trocken-Vorführungen derjenigen Kinder, die das Voltigieren kennen und davon einige Kostproben zum besten gaben. Ein lustiger Ausflug, der auch gerne länger hätte sein können!

036Die dritte Pferde-Veranstaltung, eine Wanderung mit Pferden, viel allerdings wegen dem schlechten Wetter und wegen geringer Teilnahme dann doch aus – vielleicht kommt das eine oder andere Kind einmal spontan vorbei, und wir holen das nach.

Ein voller Erfolg war auch die von meinem Mann initierte Holzwerkstatt für Kinder. Nach einer gewissenhaften Einführung in den Werkstoff Holz, in der nicht nur die Geschichte der Holzbearbeitung anhand vieler Beispiele vorgestellt wurde, sondern auch die unterschiedlichsten Holz-Gegenstände004 aus diversen Epochen demonstiert wurden, ging es in der Werkstatt an die Praxis: aus vorgefertigten Rohlingen gestalteten die Buben und ein Mädchen individuelle Holzschwerter. Schmuckelemente wurden mit Schnitzeisen erarbeitet, es wurde gehobelt und mit Sandpapier abgeschliffen, und am Ende konnte jede/r sein Objekt noch nach eigenem Geschmack bemalen und mit nach Hause nehmen. Alle Kinder waren ausnahmslos geschickt und hatten viel Spaß – das eigene Holzschwert wird hoffentlich im nächsten Fasching ein wichtiges Utensil sein.042

Aus den vielen guten Erfahrungen, die wir bisher in der Begegnung mit den Kindern und Eltern, die unser Angebot hier auf dem Reithberg nutzen wollen, gemacht haben, ist unser Entschluss gereift, im nächsten Jahr im Rahmen des Sommerprogramms wieder eine Veranstaltung anzubieten: diesmal aber werden wir gleich ein wenig größer anfangen und wollen ein Sommercamp mit vielen interessanten und unterschiedlichen Veranstaltungen in Kooperation mit der Gemeinde anbieten. Eine Woche lang, so hoffen wir, können sich dann die „Daheimgebliebenen“ beim Engelwirth eine tolle und anregende Erfahrung holen. Mal sehen, was uns dazu noch einfällt….045

 

 

Ein Fund aus finsterer Zeit…

Mercedes-Kübelsitzer Baujahr 1937
Mercedes-Kübelsitzer Baujahr 1937

Auf der Streuobstwiese, dort wo Vater Schneeweiß einst sein Gemüsegart´l und Himbeersträucher kultivierte, war schon seit langer Zeit sein Einachser-Bulldoganhänger, Marke Eigenbau, zur ewigen Ruhe abgestellt. Schon so lange, daß über die Jahre mitten durch die inzwischen verfaulte Holzkonstruktion der Ladefläche ein stattlicher Ahorn gewachsen war. Bevor ich das Relikt von der Stelle bewegen und die übriggebliebenen Metallteile für den Transport zum Schrottcontainer der Gemeinde Kirchberg in handliche Stücke auseinanderflexen konnte, mußte jener Ahorn gefällt werden.

034Als ich mit dem doch aufwändigen Abbau des Hängers beschäftigt war, fiel mir der, gerade wegen seines hohen Alters und starken Gebrauchszustandes, die doch gut erhaltene und äußerst robuste einstige PKW-Kardan-Hinterradachse, samt Bremstrommeln und originalen gelochten  16″ Stahlscheibenfelgen mit dem eingestanzten Emblem „Kronprinz, Stuttgart“ auf.  Die Firma Kronprinz war einst und ist bis heute einer der Hauptzulieferfirmen für Mercedes-Benz.

Kübelsitzer bei Prachatitz im Böhmerwald 1938
Kübelsitzer bei Prachatitz im Böhmerwald 1938

Beide Felgen sind noch immer mit groben Semperit-Stollen bereift, der eine davon mit dem typischen, sehr alten S-förmig verlaufenden Profil und Bezeichnung „Goliath“… Somit war der Weg zum Schrottcontainer gecancelt, stattdessen tat sich der Weg meiner Nachforschungen in alten Firmenbüchern von Mercedes-Benz auf.

Meine Vermutung war richtig,es handelt sich wirklich um ein seltenes Relikt einer Hinterachse samt Bremsanlage eines Mercedes-Kübelsitzer, dessen Fahrgestell das baugleiche wie in Friedenszeiten  für den eleganten Personenwagen 320 war. Solch einen Oldtimer-Personenwagen fuhr ich über achtzehn Jahre lang in Deutschland, bevor ich ihn vor eineinhalb Jahren nach einem irreparablen Schaden des Erstmotors nach 1,34 Millionen Kilometer Gesamtlaufleistung(!) an einen Sammlerfreund verkaufte. Die Qualität von Mercedes-Benz war, zumindest in früheren Jahrzehnten, halt doch unerreicht.

Mercedes 320 Cabriolet A aus dem Jahr 1937
Mercedes 320 Cabriolet A aus dem Jahr 1937

Da in den letzten Tagen des II.Weltkrieges unmittelbar in unserer Gegend die Frontlinie verlaufen ist, auch hier „Räder rollten für den Sieg“, und nachdem die Katastrophe gottseidank ein Ende fand, viel Kriegsmaterial zurückgeblieben ist, hat wohl diese Mercedes-Hinterachse, verbaut in einem landwirtschaftlichen Anhänger, noch lange Friedensjahre eine weitere Verwendung  gefunden. Nun rollte sie für Vater Schneeweiß Weizen, Kukuruz und steirische Ölkürbisse…

Heute, in Zeiten tiefen Friedens, liegt sie im Streuobstgarten an der Straße in Richtung St. Stephan und dem Rosental – ein eindringliches Memento Mori.

 

Reitplatz in Sicht

Nun ist es bald so weit: der neue Reitplatz liegt vor der Tür! Beziehungsweise noch innerhalb der eigenen Tore, Gott sei Dank. Was lange währt, wird endlich gut: viele Überlegungen, Abwägungen, Gespräche und ein Besuch bei einer „Referenz“ gingen der Entscheidung voraus, nun doch noch den großen Schritt einer Neuanlage unseres Reitplatzes anzugehen. Was es alles zu bedenken gibt: Unterbau, Drainage, Tretschicht, Trennschicht? 012Wir haben uns für ein Model mit Matten als Trennschicht entschieden und hoffen auf ein langes Leben derselben und auf einen hohen Reitkomfort. Im Zuge der Erd- und Befestigungsarbeiten haben wir auch noch gleich das Kapitel Befestigung der Rundwege aufgegriffen: so ist es jetzt auch offiziell, wir haben ein Rundwegsystem, das selbst bei  Schnee und Eis noch betretbar sein dürfte und das eine Länge von ca. einem Kilometer hat. Noch sind die beiden Schimmel gemütlich unterwegs; sie bewegen sich jedoch schon auf neuen Pfaden! Mehr davon in kürze.016