3000 km von Athen nach Kassel – ein Zwischenstopp am Radlpass und eine tolle Begegnung

Wenig ist hierzulande an Bekanntheitsgrad über dieses Projekt anzutreffen – die meisten, denen ich von meinem geplanten Besuch der ReiterInnen des AthenKasselRittes beim Grenzübertritt Slowenien-Österreich berichte, schütteln verständnislos den Kopf.

Egal, nach mehreren Telefonaten ist herausgefunden, dass es zumindest EINEN Vertreter des steiermärkischen Landesverbandes der Ländlichen gibt, der sich als Ansprechpartner für Wanderreiter aufgerufen fühlt, dieses Ereignis  durch seine persönliche Anwesenheit und einen Kontakt zur örtlichen Presse zu würdigen. Herzlichen Dank nochmals für die Info, ohne die ich auch nicht die Gelegenheit gehabt hätte, die vier Reiter, nämlich Tina, Peter, David und Zsolt plus Fahrer und Fotograph samt ihren treuen Vierbeinern und dem eigentlichen Sternchen der Gruppe, dem jungen Hermes, am Radlpass bei der Einreise nach Österreich, genauer gesagt in die Südweststeiermark bei Eibiswald, treffen zu können. Der Reiter- und Erlebnisbauernhof Siebernegg mit Sebastian Damm als Gastgeber war der gelungene Rahmen dafür.

Ein Abend voller starker Eindrücke, man merkt, wie die Reiter mit der Fülle des Erlebten, der physischen Anstregung und der Verantwortung für ihre Tiere, sich selbst und dem Gelingen des Projekts beschäftigt sind.

Tina Boche, im Hintergrund ihr Haflinger Paco

Umso mehr habe ich die Offenheit, das persönliche Engagement und die Herzlichkeit der Teilnehmer genossen. Viel liegt hinter ihnen, aber sie haben auch noch viel vor sich, wenn auch jetzt vielleicht durch die fehlende Sprachbarriere – Deutsch als Amtssprache zumindest, wenn das auch nicht die Verständigung wirklich garantiert – manches leichter sein dürfte.

Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass ihre Mission, die Reise zu Pferd quer durch die Kulturlandschaften des Abendlandes mit all ihren Begegnungen, Hindernissen und unvergesslichen Momenten, eine bleibende Erfahrung ihres Lebens wird und Teil eines Gesamtkunstwerkes, das wir hier in Europa, so oder so, in unserer Gegenwart als Aufgabe mit uns tragen. Dass die Pferde die eigenlichen Hauptdarsteller sind, freut mich ganz besonders. Mehr Infos und aktuelle News gibt es nachzulesen unter http://theathenskasselride.eu.

 

Vom Frühjahr zum Frühsommer

Wie die Zeit vergeht… das sagen ja alle, und sicher wird es einige geben, die sich fragen, was ist los beim Engelwirth…?

Vieles Wichtige, aber auch Alltägliche füllt die Tage hier. Nun sind wir gewachsen, in jeder Hinsicht, nach außen, aber auch nach innen, und die ganz normalen Aufgaben der Versorgung und Pflege der Tiere nehmen einen großen Raum ein. So sind wir ja, wie auf den schönen, schlichten Bannern an der Fassade zu lesen, ein TierRaum geworden. Was das heißt, wissen wir selber am besten, denn die zusammenfassenden Begriffe „Mensch. Tier. Begegnung.“ wollen ausdrücken, um was es hier geht: die permanente Auseinandersetzung mit unserer Umwelt, sei sie beseelt oder unbeseelt.

Um nur einige Stichpunkte zu nennen: die GROSSE BAUSTELLE im Mai.

Nun ist das Wegenetz komplett und die Fläche rund um die Heuraufe endlich mit den Ecoraster-Matten verlegt, verkiest und glatt gemacht. Eine Woche Bagger-Einsatz und Arbeit von der Früh bis spät: das hat einiges an Kraft und Ressourcen gekostet, wird aber sicherlich nicht bereut: schon nach den ersten Gewittergüssen Ende des Monats konnte ich trockenen Fusses alle wichtigen Punkte im Auslaufbereich mit der Scheibtruhe anlaufen!!! Welche Mengen an Grob- und Feinschotter dabei im Erdboden verschwunden sind, bleibt erst mal unter uns.

Anlage der schönen („Genuss-“)Flächen rund ums Haus: dank des Besuches meiner Mutter fanden diverse Beete und Brachflächen ihren eigentlichen Zweck, nämlich Auge und Sinn zu erfreuen. So sind Hausgarten, Blumen- und Schattenbeete entstanden und wachsen langsam zu einer Einheit zusammen, die uns täglich erfreut.

Die Arbeit mit den Pferden: weitere Ausritte zu dritt und vorbereitende Arbeit an der Hand bzw. an der Longe bilden einen Teil des Pferdealltags: so wächst und gedeiht die Stute Funda bereits zu einer selbstbewussten Persönlichkeit mit Charme heran. Hufschmied und Tierarzt können jedoch auch von ihrer Erfahrung berichten, dass Funda, ausgestattet mit einer gehörigen Portion Berber-Blut, ganz stark familienbezogen ist und eindeutig „fremdelt“ – wenn man Tritte und zickiges Gehabe gegenüber Dritten einmal positiv umschreiben möchte.

Was den Pferdebetrieb betrifft, konnte man kurzzeitig sogar eine Art Durchbruch in Richtung Außenwirkung erhoffen: ein Einstell-Pferd als mögliche Vision schien eine kurze Zeit lang realistisch. Leider dann doch nur eine falsche Hoffnung… Wunsch und Wirklichkeit gehen manchmal eben auseinander.

Komplettierung:  Mitte Mai kamen die Vertreter der Wiederkäuer-Familie, die lang erwarteten Ziegen-Burschen zu uns. Aufregende Tage, die aber, dank der friedlichen Natur und dem genügsamen und lieben Wesen dieser tollen Tiere, langsam in eine beschauliche, ruhige Heiterkeit übergehen. Herzlich willkommen an Schorsch, Puck und Sent beim Engelwirth.

Mehr davon in Kürze.