Auf zum Hochwechsel – am „Tag der Almen 2017“

Gestern waren auf zwölf steirischen Almen wieder Freiwillige geladen zum sog. Schwenden, bei dem man Almen von ungebetenen Gästen befreien hilft. Gemeint sind nicht etwa Wanderer mit Hunden, die in letzter Zeit immer wieder in Konflikt mit weidenden Kühen kamen, viel mehr um Grünerle, Latschen, Fichten und dem Weißen Germer abzuholzen, die sonst im Laufe weniger Jahre die Almwiesen vollkommen überwuchern würden.

Leider war auf der Strecke der überaus reizvoll gelegenen Aspang – Bahn eine Baustelle und so führte mich mein Weg bei Tagesanbruch schon nach Gleisdorf und von dort weiter per ÖBB – Postbus bis Hartberg. Auf der Strecke durch das Ilztal mit seinen vielen Obstwiesen, großartigen Ausblicken zum Weizer Kulm und bis hinüber zur Heukuppe, den freundlichen Dörfern und den gut restaurierten Kirchen in vornehm – bäuerlichen Barock, ließen mich einmal mehr sehen, wie schön unsere steirische Heimat doch ist.

Am Bahnhof zu Hartberg erwarteten mich unser Freund Friedrich Holzer mit einem weiteren Schwenden – Kollegen, und weiter ging es per PKW über Grafendorf, die gewaltige Stahlgitterbrücke der Aspang – Bahn unterquerend, über Rohrbach bis Mönichswald. Von dort eine recht steile Bergstraße hinauf zum Schranken bei der Jausenstation Mönichswalder Schwaig auf bereits 1200 Meter ü. d. Adria, wo unser Zusammentreffen mit weiteren Freiwilligen Helfern und den Landwirten, die gemeinschaftlich die Almen bewirtschaften, welche sich seit Jahrhunderten im Besitz des nahen Augustiner – Chorherrenstift Vorau befinden.

Weiter ging es die letzten Kilometer, vorbei an weidenden Kühen, denen unser Fahrer Friedrich öfter geschickt ausweichen mußte, bis `rauf zur Hochebene. Hier eröffnet sich einem ein grandioser Blick nach Niederösterreich und in die Mariazeller Alpen und das Semmeringgebiet – sogar die Großgebäude des Panhans und des Südbahnhotel konnte man im Morgendunst erkennen. Westlich erblickt man den Masenberg, der leider mit vier Windkraftanlagen verschandelt wurde; und hinüber in unsere Heimat, dem Hügelland und dem vertrauten Anblick der Koralpe.

Obwohl im Umgang mit der Motorsäge sehr vertraut, staunte ich nicht schlecht, mit welcher Fertigkeit die Landwirte – Rudolf, der älteste unter uns war 86 Jahre, nicht nur Anflug, sondern auch Gruppen ausgewachsene Fichten umgesägt und entastet haben, so daß schon bald aus der Waldlichtung wieder eine stattliche, zusammenhängende Almwiese wurde. Wir Freiwillige räumten das Astwerk zusammen und schlichteten das Stangenholz in der Nähe des Güterweges zum Abtransport. Es ging auch darum, den Hirschen Durchgänge zu ihren Ruhezonen zu schaffen, da sich am Hochwechsel den Sommer über, wegen seiner Aussicht und leichten Zugänglichkeit, doch einige Wanderer aufhalten und für die Wildtiere Unruhe mit sich bringen.

Am späten Nachmittag wurden wir von den Bäuerinnen der Almgemeinschaft auf der Alm Ochsenschwaig mit Schnitzel, Kartoffelsalat und Vorauer Most reichlich und sehr gut verköstigt. Ein aufkommendes Wärmegewitter ließ uns den Platz an der Sonne in das Innere der hölzernen, auf einer LKW – Achse mobilen Almstube verlegen, wo wir es bei guter Stimmung noch eine weitere Stunde aushielten, bis sich unsere Runde nach und nach auflöste und uns, nachdem der Starkregen nachgelassen hatte, den Weg hinab in´s Tal antreten ließ. Danke und auf ein gesundes Wiedersehen im kommenden Jahr!

Auch ein Reporter – Mitarbeiter des ORF hat keine Mühe gescheut, zum Hochwechsel anzureisen und den ereignisreichen Tag und ein Interview mit jedem von uns für eine Rundfunksendung mitzuschneiden. Diese wird dann am 4. oder optional am 11. August 2017 im Rahmen eines Heimatprogramms zwischen 20 und 22 Uhr ausgestrahlt.

Mag. Marcel Sauter

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