An einem Regentag

Nun ist es also doch langsam so weit: die Farben dämpfen sich, das Licht steht tiefer am Himmel, die Schatten werden länger. Doch kein Altweibersommer, sondern eher ein vorweggenommener Frühherbst bahnt sich an. Und heute: ein Regentag! Und was für einer, es schüttet schon seit dem Morgen wie aus Kübeln.

Die lieben Herren Ziegen wurden davon auch überrascht auf ihrer vormittäglichen Visite des großen  Brombeergartens. Und wie Ziegen halt so sind: beim ersten Anzeichen von Schlechtwetter suchen sie einen Unterschlupf auf. Wie gelegen, dass der alte Sommer-Stall, das ehemalige Hühnerhaus der Vorgänger, auf dem Weg lag. Wie die Buben es allerdings geschafft haben, gleich zwei Bretter aus der Wand herauszubrechen, bleibt mir ein Rätsel. Erfreut von der neuen Aussicht und Turnmöglichkeit gab es ein großes und freudiges Stelldichein und einen zünftigen Hüttenaufenthalt, willkommene Zwischenstation auf dem später doch angetretenen Weg zurück in den Hauptstall. Ziegen nehmen eben immer alles, wie es kommt!

Bei den Pferden gibt es nun endlich auch entspanntere Tage mit genüsslichen langen Aufenthalten an der Heuraufe. Keine Bremsen, Fliegen oder sonstiges lästiges Getier mehr, und bei dem sanften Rieseln des Regens wirkt das zufriedene Kauen und Mahlen beim Fressen wie eine beruhigende Meditationsmusik.

Der Rückweg in den Stall zu einem späteren Augenblick kam wohl eher aus der Überlegung zu Stande, ob es denn jetzt schon Zeit für den Mittagsimbiss wäre.

Gelbe Blätter, nasse Pferderücken, dreckige Schuhe – das alles haben wir eine lange Zeit lang „vermisst“ – dieser verrückte Sommer mit seiner langen und nicht enden wollenden Schönwetterphase scheint sich dem Ende zu nähern.

 

Zeit zum Freuen und sich Ausruhen.