Das Wandern ist der Ziegen Lust

Das Wandern ist des Müllers Lust,
das Wandern.
Das muß ein schlechter Müller sein,
dem niemals fiel das Wandern ein,
das Wandern.

Vom Wasser haben wir’s gelernt,
vom Wasser:
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,
ist stets auf Wanderschaft bedacht,
das Wasser.

 

Das sehn wir auch den Rädern ab,
den Rädern:
Die gar nicht gerne stille stehn,
die sich mein Tag nicht müde drehn,
die Räder.

Die Steine selbst, so schwer sie sind,
die Steine,
sie tanzen mit den muntern Reih’n
und wollen gar noch schneller sein,
die Steine.

O Wandern, Wandern meine Lust,
o Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin,
laßt mich in Frieden weiter ziehn
und wandern.

Dieser von Wilhelm Müller (1794-1827) geschaffene Text, den der von mir hoch geliebte Komponist Franz Schubert 1823 auf wunderbare Weise vertont hat, gibt vielleicht etwas von der Leichtigkeit, der Lebensfreude und der Unbeschwertheit wieder, die sich in unserer neuen Heimat, dem südoststeirischen Hügelland, erspüren lässt, offene Augen und Herzen vorausgesetzt.

Eine große Hilfe und Inspriration ist uns hierbei die hoch geschätzte Begleitung und Kameradschaft unserer neuen Wandergenossen, der drei Ziegen-Buben namens Schorsch, Puck und Sent.

Pure Lebensfreude und echte Begeisterung begleitet uns nun auf Schritt und Tritt, wenn wir mit den drei lustigen Knaben – einem reinrassigen Steirer Schecken und zwei Mix Steirer Schecke/Strahlenziege und Steirer Schecke/gemsfarbige Gebirgsziege – in dem nahe unseres Hauses gelegenen Waldgebiet unsere Wege gehen. Wunderbare Herbststimmungen, manchmal gepaart mit der geschätzten Begleitung von Freunden und Bekannten wechseln sich ab mit Sonne,Wind oder spätherbstlicher Fönstimmung.  Sogar den Weg auf die Kirche St. Michael, dem zu Trössengraben gehörenden Voggenberg, sind wir schon gelaufen und haben dabei die Ziegenbrotzeit mitgenommen. Vielleicht in Bälde schon in einem eigens für Ziegen hergestellten Trekking-Sattel aus der Schweiz, den der stärkste der drei, der silbergraue Puck, dann tragen wird – möglicherweise auch noch mit einer Jause für die Menschen.

Was auf dem hofeigenen Gelände mit Sorgfalt vorbereitet wurde – das freie Ziehen in der Gruppe zusammen mit Mensch und Ziege – war in der ruhigen und weitgehend noch intakten Gegend rund um unser Zuhause schnell zur Gewohnheit geworden. Jetzt erwarten wir die kalte und nasse Jahreszeit, die die Ziegen naturgemäß nicht besonders schätzen. Wir werden sehen, ob wir uns Mützen, Handschuhe und Schals (vielleicht aus Mohair?) zulegen, um unsere neuen Wandergefährten so oft wie möglich in die freie Landschaft zu locken – aber das wird ganz gewiss keine große Überredungskunst erfordern.

 

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