Stubenhocker

Es ist nicht nur lohnenswert und äußerst interessant, die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Tiergattungen auf einem Hof zu beobachten, wenn es, wie in diesem Jahr, einen abrupten Wechsel der Jahreszeiten gibt. Es lässt auch Rückschlüsse über die eigenen Bedürfnisse der Menschen zu. Bewusstwerden und danach handeln, das fällt dann leichter… Doch dazu später.

Nun haben sich Felinen, Equiden und Caprinae, die hier beim Engelwirth vertretenen Gattungen der Katzen, Pferde und Ziegen, den nun recht rasch eingetretenen winterlichen Bedingungen angepasst – oder vielmehr anpassen müssen. 5 ° Celsius minus Dauerfrost tagsüber nach einem überaus milden und fast spätsommerlichen November sind derzeit eine „Kalte Dusche“.

Die Katze verlässt das Haus nur noch neugierdehalber, um danach fluchtartig den Rückzug auf empfindlichen Pfoten anzutreten.

Die Pferde haben ihren Plüsch, der seit September gewissenhaft aufgebaut wurde, nun vollends aufgestellt. Vor allem der Senior, der alte Herr Liberty mit 28 Jahren, sieht aus wie ein Teddybär und wandert zwischen Heuraufe und Liegebereich umher, und das ohne Umwege: man sieht, wie wohltuend die Trennung der Funktionsbereiche, wie sie in der Laufstallhaltung in der Regel praktiziert wird, ist: die Pferde können in Ruhe im Liegebereich dösen, während anderen noch gerne ein wenig an der Heuraufe knabbern.

Und die Ziegen werden derzeit mit einem raschelnden Kuschelbett aus Strohpellets und einem Heu-Stroh-Gemisch verwöhnt, das sie zwar gern zu einzelnen Ausflügen zu den alten, abgetragenen Apfelbaum-Weidegründen verlassen. Wenn es dunkelt, kommen sie jedoch fluggs wieder in den Stall, der des Nachts gut verschlossen ein gemütliches und trockenes Rückzugsgebiet und eine ruhige Schlafstätte bildet.

Und die Menschen?

In der Stube lässt es sich gut verweilen. Vor allem, wenn über Wochen und Monate von anstrengender Baustellentätigkeit ein Ergebnis erreicht ist, das sich sehen lassen kann! Boden, Wände, WC und Bad…, und was noch alles.
Fast alles am Engelwirth hat sich verändert, was die Wohnsituation betrifft, und das bedeutet einen Luxus, den wir noch gar nicht zu nutzen gewohnt sind. Allem voran die wunderbare Wärme, die der historische Kachelofen samt saniertem Kamin sowie die Erneuerung der Böden in Saal und Küche darstellen. Noch ein paar „kosmetische“ Ergänzungen, und dann erst mal aufatmen und genießen.

Tier und Mensch, Pflanze und Mineral, alles findet nach und nach seinen Platz. Und vielleicht auch bald eine adventliche Winterruhe.

Helle Nacht

Himmel ist weit aufgetan,
Tausend Sterne ziehn hinauf,
Golden geht der Mond noch auf,
Aller Glanz der Nacht bricht an.
Wald und Flur und ich und du
Sind in hellen Schein getaucht.
Dunkelheit und Leid verhaucht,
Löst sich all’s in Licht und Ruh.

Ernst Thrasolt · 1878-1945

 

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