Hühnerberg

Als ich diese Woche bei fast sommerlichen Temperaturen unsere Forstpflanzen im Landesforstgarten in Grambach abholen ging, machte ich zwei neue Bekanntschaften.

Nicht etwa mit Gleichgesinnten, Waldbauern, Baumfreunden oder naturverbundenen Menschen. Sondern mit zwei historischen, mich am Wegesrand grüßenden Gebäuden. Trotz ihres hohen Alters und den Spuren der Zeit und des wohl finalen Lehrstandes, welcher nicht unbemerkt an ihnen vorübergegangen ist, strahlten sie im hellen Märzlicht etwas Würdevolles, Offenes und Einladendes aus.

Wahrhafte Persönlichkeiten und stumme Zeugen einer längst vergangenen Epoche. Als ich durch ein zerbrochenes Fensterglas einen Blick ins Innere wage, kommt mir ein leichter Geruch nach Moder, Staub und altem Holz  entgegen. Ein eiserner Ofen, lange Wirtshaustische und ein paar Stühle stehen noch da, als ob die Wirtin nur eben hinters Haus gegangen wäre, um nach den Hoftieren zu schauen oder einen Korb mit Brennholz zu holen.

Die letzten, die hier einst gesessen sind, sind wohl vor Jahrzehnten schon aufgestanden und fortgegangen. Ein buntes Metallschild der Brauerei Reininghaus steht noch abgeschraubt in der Wand im Hausgang. Großer Feierabend.

Ob hier wieder einst Menschen zuhause sein werden, steht in den Sternen. Die Dacheindeckung beider Anwesen ist in gutem Zustand, ja fast neuwertig. Das läßt schon mal hoffen…

Marcel Sauter

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